Virtuos


Navigation und Suche der Universität Osnabrück


Hauptinhalt

Topinformationen

Allgemeine Fragen

Weshalb lehnen die Hochschulen den Rahmenvertrag ab?

Tobias Thelen hat die Gründe in einem 30-Minütigen Vortrag zusammengefasst: https://www.youtube.com/watch?v=FhQ5UADV6RE

Die Hauptgründe sind:

  1. Die im Rahmenvertrag vorgesehene Einzelmeldung für jede Nutzung von § 52a UrhG für Sprachwerke ist den Ergebnissen des Pilotprojektes an der Universität Osnabrück zufolge nicht mit einem verhältnismäßigen Aufwand zu bewerkstelligen. Die Einzelmeldung wird als hohe bürokratische Hürde erlebt und führt zu Mehrbelastung von Studierenden und einer verringerten Qualität des Studiums.

  2. Der im Rahmenvertrag vorgesehene Vorrang von Verlagsangeboten ist nach der Rechtsprechung des EUGH zu § 52 b UrhG nicht haltbar und es gibt keinen Grund, ihn freiwillig anzuerkennen.

  3. Der Rahmenvertrag sieht weitgehende Prüfrechte für die VG Wort vor, die für die Hochschulen unverhältnismäßigen und unkalkulierbaren Aufwand bedeuten würden und mit dem Datenschutzrecht nicht vereinbar sind.

Was für Dokumente dürfen ab 1.1.2017 nicht mehr bereitgestellt werden?

Unter den § 52a UrhG, der an den Hochschulen ab 1.1.2017 nicht mehr genutzt werden darf, fallen veröffentliche Texte, für deren Weitergabe Sie keine anderweitige Erlaubnis haben. Typischerweise sind die Buch- und Zeitschriftenauszüge. Nicht darunter fallen alle unveröffentlichten Texte, insbesondere von Ihnen selbst verfasste. 

Anderweitige Erlaubnisse können sein:

  • Der Text steht unter einer Freien Lizenz, die die Weitergabe erlaubt (Open Access, Open Educational Resources, Creative Commons)
  • Der Urheberrechtsschutz für den Text ist abgelaufen, weil alle Autorinnen und Autoren vor mindestens 70 Jahre gestorben sind.
  • Die Rechteinhaber haben Ihnen eine individuelle Nutzungserlaubnis erteilt. (Achtung: Bei verlegten Texte sind das i.d.R. die Verlage, nicht die Autoren!)
  • Sie haben eine Lizenz erworben, die die Weitergabe im Unterricht an die notwendige Anzahl an Studierenden erlaubt. Solche Lizenzen bekommen Sie z.B. bei http://www.digitaler-semesterapparat.de

Gilt das Bereitstellungsverbot auch für vergriffene Werke?

Ja.

Gilt das Bereitstellungsverbot auch für die Verteilung per E-Mail?

Ja, der Verteilweg ist unerheblich.

Fallen ausländische Publikationen auch unter § 52 a?

Die VG Wort hat Gegenseitigkeitsverträge mit ausländischen Verwertungsgesellschaften und führt eine bestimmte Menge Geld an diese ab. Insofern dürfen Sie auch ausländische Texte nicht mehr bereitstellen. Beispiel: Sie haben ein Paper aus einem amerikanischen Journal, das Sie an Ihre Studierenden weitergeben wollen. Sie melden das Paper bei der VG Wort.

Muss ich alle Teile aus anderen Werken nun entfernen, die ich in meinem Skript oder in meinen Präsentationsfolien verwende?

Nein, oft fallen die Teile von anderen Werken oder Abbildungen, die Sie in Skripten oder Präsentationen verwenden, unter das Zitatrecht. Wenn die Quellen dementsprechend angegeben werden, können Sie diese Teile verwenden ohne sie melden zu müssen. Für Abbildungen, Photos und andere Werkarten, die keine Texte sind, können Sie auch weiterhin die Erlaubnisse des § 52a UrhG nutzen, da mit den zuständigen Verwertungsgesellschaften Pauschalverträge bestehen und auch bestehen bleiben.

Beispiel: Sie haben ein Vorlesungsskript erstellt, in dem Sie Textteile und Abbildungen aus ca. 20 verschiedenen Quellen verwenden. Da Sie nur kleine Textteile verwenden, fallen diese in der Regel unter das Zitatrecht. Abbildungen müssten ohnehin nicht bei der VG Wort gemeldet werden.

Darf ich auch eigene Werke nicht mehr elektronisch zur Verfügung stellen?

Wenn Ihre eigenen Werke bei einem Verlag veröffentlicht sind, haben Sie in der Regel die Verwertungsrechte an den Verlag abgetreten, so dass auch für eigene Werke gilt: Ohne Beitritt zum Rahmenvertrag keine Weitergabe nach §52a UrhG. Etwas spezieller ist die Situation bei wissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln: Diese dürfen Sie nach 12 Monaten (ab Erscheinen der Ausgabe) über das Zweitverwertungsrechts gem. § 38 UrhG zugänglich machen.

Alle eigenen Werke, die Sie nicht veröffentlicht haben, können wie gewohnt weiter verwendet werden. Wollen Sie nicht veröffentlichte Werke Dritte zugänglich machen (z.B. von Ihnen betreute Abschlussarbeiten oder Präsentationsfolien von Kollegen), benötigen Sie dazu deren Einverständnis.

Darf ich Links zur Verfügung stellen?

Ja, Links können Sie Ihren Studierenden zur Verfügung stellen. In manchen Fällen ist es sogar einfacher, auf das Material zu verlinken, falls es im Internet auffindbar ist oder unter eine Campus- oder Nationallizenz steht, als es den Studierenden als Datei zur Verfügung zu stellen.

Beispiel: Sie haben einen interessanten Artikel oder ein interessantes Paper im Internet gefunden und möchten Ihre Studierenden darauf hinweisen. Dann können Sie ihnen den Link zur Verfügung stellen, wo sie den Artikel oder das Paper selber einsehen können. 

Aber auf Papier darf die Literatur weitergeben?

Nein. Sie dürfen für den Unterricht (Ausnahme: Prüfungen) an Hochschulen keine Papierkopien verteilen. Studierende dürfen sich aber selbst, z.B. in der Hochschulbibliothek, Kopien anfertigen. Diese Regelung ist aber nicht neu und hat sich nicht geändert.

 

 

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.